Der Kampf gegen Amazon in New York

Da Amazon ein internationales Unternehmen ist und der Kampf gegen die Unterwanderung unseres persönlichen Lebens, unserer Städte und Gesellschaften durch Big-Tech Menschen auf der ganzen Welt bedroht, hat sich unsere lokale Koordination gegen den Amazonas-Turm in Berlin mit der in New York ansässigen Gemeindeorganisation “New York Communities for Change” in Verbindung gesetzt. Diese Gruppe war Teil des Protests gegen das HQ2 in New York (zur Erinnerung: Amazon wollte sein zweites Hauptquartier in New York einrichten, gab den Plan aber nach massivem Widerstand der organisierten Bevölkerung auf).
Viele Gruppen, die gegen das HQ2 aktiv waren, stehen noch immer in Kontakt miteinander und führen ihre Kampagne gegen Amazon fort. Während der letztjährigen Hochsaison schlossen sich Lagerarbeiter von Amazon der lokalen Koalition an und protestierten im Lagerhaus von Amazon in Staten Island, und am Cybermontag gab es ein Ademo an Jeff Bezos Multimillionen-Dollar-Penthouse in Manhattan. Bezos – der reichste Mann der Welt – ist das Hauptziel des Protests, der den Diskurs über die Besteuerung der Superreichen in New York mobilisiert. Am 14. Februar wird es eine Manifestation vor den neuen Büros von Amazon im Westen Manhattans geben (in einer “künstlichen Nachbarschaft” namens Hudson Yards, die unserer eigenen “Mediaspree” ähnelt). Die Gruppen werden vor Ort von verschiedenen progressiven Politikern unterstützt, die sich gegen das HQ2 ausgesprochen hatten.
In den USA hat Amazon seine Logistikoperationen schnell in die Städte ausgeweitet, mit dem Versprechen kürzerer Lieferzeiten. In NYC verspricht Amazon bereits eine 1-2-stündige Lieferung für gängige Produkte und die Lieferung vieler Artikel am selben Tag. In NYC selbst gibt es bereits 5 geplante oder bereits gebaute Zustellstationen der letzten Meile sowie ein Fulfillment-Zentrum. Die Auslieferungsstationen haben jeweils etwa 200 Mitarbeiter, wobei das Fulfillment-Zentrum je nach Jahreszeit zwischen 2500 und 4000 Personen zählt. Dies bietet interessante Möglichkeiten in Städten auf der ganzen Welt, da Amazon seine städtische Expansion fortsetzt.
Sowohl die Kampagne gegen das HQ2 als auch die aktuellen Aktionen sind Teil einer größeren Strategie gegen Amazon in den USA. Diese wird durch das landesweite Netzwerk lokaler und nationaler Organisationen namens “Athena” entfaltet, dem über 40 solcher Organisationen im ganzen Land angehören.
Es geht darum, die monopolistische Machtkonzentration von Amazonas zu übernehmen und sie auf allen Ebenen zu bekämpfen – in den Nachbarschaften / an den Arbeitsplätzen, in Bezug auf die Unternehmenspolitik der Einrichtung von Büros in den Städten, Steuerhinterziehung / Gewinnung öffentlicher Ressourcen usw. – und dadurch die öffentliche Wahrnehmung von Amazon (dem beliebtesten Unternehmen in den USA!) zu verändern. Zu diesem Zweck wird Amazon in vielen verschiedenen Protesten als das Hauptziel der Unternehmen betrachtet: Gentrifizierung, Steuerhinterziehung, Arbeitsbedingungen in Lagerhäusern und Automatisierung, Tech Workers-Organisation gegen den Beitrag von Amazon zum Klimakollaps (“Amazon Employees for Climate Justice”), Amazon-Wolkeninfrastruktur für die US-Deportationsorganisation ICE, Verbindung von RING-Produkten mit Polizeidatenbanken (ppl nennen dies einen “privatisierten Überwachungsstaat”). Teil der Strategie ist auch die Überwachung des Einflusses von Unternehmen auf die US-Steuer- und Antitrust-Gesetzgebung. Langfristig soll im großen Stil Macht von unten aufgebaut werden, wobei in den USA Gruppen in Amazonas-Schlüsselregionen wie NY, LA und Chicago in Verbindung gebracht werden. Es gibt auch Verbindungen zwischen Gemeindeorganisationen und den Arbeitern in den Lagerhäusern des Amazonasgebiets.